Pressespiegel
In diesem Abschnitt sind Zeitungsartikel rund um das Thema Luft- und Raumfahrt nachlesbar, welche teilweise nicht unmittelbar jedoch zumindest regional oder thematisch mit Aktivitäten des Förderkreis in Verbindung stehen (frei nach dem Motto "was noch nicht ist...").
Dienstag, 10. Juni 2008 | Hansestadt Rostock
Rostocker erfand Schleudersitz
In Rostock stand die Wiege der modernen Luftfahrt. Und von den Heinkel-Werken wurde auch der erste richtige Schleudersitz entwickelt.
Stadtmitte Er gehörte zu den innovativsten Ingenieuren, die Ernst Heinkel in der Forschungsabteilung seines Flugzeugwerkes vereint hatte. Arno Geertz war maßgeblich an der Entwicklung des weltweit ersten Pilotenrettungssystems, des Schleudersitzes, beteiligt. Am Freitag wäre Arno Geertz 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstalten der Förderkreis für Luft- und Raumfahrt und die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität am Freitag um 13 Uhr in der Fakultät ein Symposium.
"Er ist ein bemerkenswerter Forscher und nach dem Krieg auch Hochschul-Professor in Rostock gewesen, es wird Zeit, ihn einmal vorzustellen", sagt Holger Björkquist vom Förderkreis für Luft und Raumfahrt. In der Tat ist über Arno Geertz - im Gegensatz zu Heinkel oder dem Erfinder Strahlturbinenmotors, Hans Pabst von Ohain - nur wenig bekannt.
"Wir haben in unserer Patentdatenbank nachgesehen und selbst dort Geerts nicht gefunden", bestätigt Kathrin Möller vom Technischen Landesmuseum in Wismar, dass Geerts heute zu den eher unbekannten Ingenieuren zählt. Es sei aber ohne Frage, so Kathrin Möller, "ein interessanter Name aus der Heinkel-Ecke".
1941 wurde weltweit erstmals erfolgreich ein Sitz mit einem Druckluftkatapult, Hersteller waren die Rostocker Heinkel-Flugzeugwerke, in die Luft geschossen. Arno Geertz hatte das Patent maßgeblich entwickelt. Am 13. Januar 1943 katapultierte sich dann der Versuchspilot Rudolf Schenk, aus dem Prototyp der Heinkel-Maschine He 280. Es war weltweit der erste Ausstieg eines Piloten mittels eines Schleudersitzes.
Kein Wunder, dass Arno Geertz dann zu der Gruppe deutscher Spezialisten gehörte, die von 1946 bis 1953 in der sowjetischen Rüstungsindustrie tätig war. In der Sowjetunion wurde dann der erste vollautomatische Schleudersitz entwickelt, der auch in Bodennähe funktioniert.
In Rostock wurde 1952 die Technische Fakultät für Luftfahrtwesen gegründet. Arno Geertz bekam dort 1954 eine Professur und wurde später Dekan der Fakultät. Er geriet ins Visier derStaatssicherheit, ging 1958 nach Hamburg und war dort wieder im Flugzeugbau tätig. "Durch unsere Forschungen beim Leichtbau mit Kohlenfaserverbundstoffen und im Bereich der Strömungstechnik haben wir auch heute Kontakt zur Luftfahrt-Industrie und arbeiten gerade beim Leichtbau mit Airbus zusammen", verweist der Dekan der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Prof. Alfred Leder, auf die Traditionslinie in der Rostocker Universitätsforschung. Auch er habe von Arno Geertz erst über die Einladung erfahren.
Das Symposium ist öffentlich. Den Eröffnungsvortrag hält Volker Koos, der die Tätigkeit von Geertz im deutschen und sowjetischen Flugzeugbau beleuchtet.
THOMAS STERNBERGFreitag, 04. April 2008 | Mecklenburg-Vorpommern
Heiße Ware Militärschrott
Auf einem Hinterhof in Barth fand ein Flugzeug-Experte das Höhenruder einer Heinkel 162. Sammler zahlen für Schrott aus dem Zweiten Weltkrieg Rekordsummen.
Barth (OZ) Eigentlich wollte Gerd Eichler vom Förderkreis für Luft- und Raumfahrt (FLR) nur dem Hinweis eines aufmerksamen Spaziergängers nachgehen. Was er dann aber auf einem Hinterhof im vorpommerschen Barth entdeckte, verschlug ihm die Sprache.
Dort hatte ein Anwohner ein Flugzeugteil aus dem Zweiten Weltkrieg deponiert, weil er für das als herrenlos geltende Altmetall selbst keine Verwendung hatte. "Mir klappte der Unterkiefer runter, als ich das gesehen habe", erinnert sich Eichler, der als Experte für historische Flugzeuge den Fund sofort als Höhenruder einer Heinkel 162 identifizieren konnte. "Dabei handelt es sich um das Leitwerksegment eines seltenen deutschen Jagdflugzeugs mit Strahlantrieb, das noch in den letzten Kriegstagen gebaut und später eine begehrte Beute bei den Alliierten war", erklärt Heiko Triesch vom Deutschen Technikmuseum in Berlin, das seit Jahren auf der Suche nach einer solchen Maschine ist.
Diese wird inzwischen jedoch als begehrte Rarität gehandelt, lediglich im Ausland existieren noch wenige erhaltene Exemplare. "Wenn man in der Nähe von Barth einen Bauern finden sollte, der den Rest des Flugzeugs seit Jahrzehnten unter einem Heuballen versteckt, dann wäre das natürlich auch für uns von großem Interesse", betont Oberstleutnant Kai Uwe Graaf vom Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow.
Diese Möglichkeit halten die Vereinsmitglieder vom Förderkreis für Luft- und Raumfahrt (FLR) für gar nicht so unwahrscheinlich. "Gerade in Gegenden, wo deutsche Feldflugplätze 1945 von der Front überrollt und viele Flugzeuge einfach stehen gelassen wurden, haben oft Dorfbewohner aus der näheren Umgebung die Maschinen für den Eigenbedarf ausgeschlachtet. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn so mancher Kaninchen- oder Hühnerstall aus den Teilen eines Flugzeuges entstand", erzählt Gerd Eichler. Er hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung, um weitere Teile der He 162 finden zu können.
Dr. Volker Koos aus Rostock hält es dagegen eher für töricht, derartige Fundmeldungen der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. "Damit wecken wir schlafende Hunde", ärgert sich der Historiker. Mit seiner Befürchtung beschreibt Koos eine stetig wachsende Gruppe von selbst ernannten Hobbyarchäologen, die nicht nur Flugzeugteile, sondern sogar ganze Wracks aufspürt, ausgräbt und dann zu Höchstpreisen auf entsprechenden Börsen, über das Internet oder direkt an vernarrte Sammler verkauft. Eine Entwicklung, die auch das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege mit wachsender Sorge beobachtet. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat", sagt Dr. Detlef Jantzen vom Amt für Bodendenkmalpflege. Wer in Mecklenburg-Vorpommern ohne Genehmigung nach deutschen oder alliierten Flugzeugen gräbt, erfüllt nämlich gleich mehrere Straftatbestände. "Dazu zählt Diebstahl, Unterschlagung und Verwahrungsbruch, aber auch Sachbeschädigung oder Störung der Totenruhe", so Jantzen, der sich die makabere Faszination von Flugzeugschrott aus dem Zweiten Weltkrieg nicht so recht erklären kann. "Auch Museen und kleine Vereine müssen um ihre Exponate fürchten, solange die Kaufkraft des Sammlermarktes Kriminelle anlockt" sagt Michael Techritz vom FLR.
So landet nun auch das Höhenruder aus Barth nicht etwa in der Glasvitrine, sondern erst mal sicher hinter Schloss und Riegel.
CHRISTIAN BOELTE
(Foto: Michael Techritz vom Förderkreis Luft- und Raumfahrt zeigt das Höhenruder der He 162. • Foto: Boelte)
Donnerstag, 24. Januar 2008 | Aus der Nachbarschaft
Heinkel-Erbe polarisiert die Stadt
Heute jährt sich der 120. Geburtstag von Ernst Heinkel. Er revolutionierte die Luftfahrt und baute Bomber für den Krieg der Deutschen.
Stadtmitte "Nein", heißt es knapp aus dem Presseamt der Stadtverwaltung, "zum Heinkel-Geburtstag werde es keine Veranstaltung der Hansestadt geben". Damit weicht die Stadt erneut aus, denn Heinkel polarisiert die Rostocker. Flugzeugpionier , innovativer Ingenieur und sozialer Unternehmer - sein Wirken habe die Luftfahrt revolutioniert, "eine Tür für die noch visionäre Raumfahrt geöffnet" sagen die einen, wie Holger Björkquist vom Förderkreis für Luft und Raumfahrt. Er sei ein Kriegsverbrecher gewesen, sagen andere, die so die Schließung der Heinkel-Ausstellung 2002 durchsetzten. Rostock sei vor allem wegen der Massenproduktion des Bombers He 111 in Schutt und Asche gelegt worden. Er sei, so der Publizist Manfred Grieger, für die Nationalsozialisten "ein politisch willfähriger Unternehmer" gewesen. Heute ist der 120. Geburtstag von Ernst Heinkel und am 30. Januar jährt sich sein 50. Todestag. Am Montag hatte der Förderkreis für Luft- und Raumfahrt über seine Aktivitäten rund um diese Daten informiert. Rund 60 Besucher waren zudem Vortrag von Volker Koos gekommen. Der stellte das Verhältnis Heinkels zu den Nationalsozialisten in den Mittelpunkt seines Vortrages. "Eine Ablehnung des Regimes erfolgte durch ihn nicht", sagte Koos, ausgewiesener Spezialist für die Luftfahrt und Herausgeber der Heinkel-Biografie. Andererseits sei es Unsinn, so Koos, Heinkel als Kriegsverbrecher zu bezeichnen, nur weil er Militärflugzeuge gebaut habe. Dass sich allein der Förderkreis um eine Aufarbeitung bemüht, sieht Thomas Werner vom Amt für Kultur und Denkmalpflege nicht. "Wir sind ja an dem Thema drangeblieben", sagt er. Nach dem Erfinder des Strahltriebwerkes wurde das neue Terminal auf dem Laager Flughafen benannt. So wisse man jetzt, so Werner, dass Ohain sich dem System verweigert habe. Ein regelrechtes "Anschwärzungsprotokoll" sei gefunden worden.
Auf Initiative der Stadt seien auch ehemalige Zwangsarbeiter aus den Heinkel-Werken nach Rostock eingeladen worden. Ihre Erinnerungen wurden protokolliert.
"Wir haben auch ein Ausstellungsprojekt angeschoben", informiert Werner. Dabei soll es um die industrielle Entwicklung in Rostock von 1920 bis 1960 gehen. Der Umbruch vom Flugzeug- zum Schiffbau soll aufbereitet werden. "Ohne die Heinkelianer hätte es den Schiffbau in Rostock nach dem Krieg so nicht gegeben." Man habe schon nach Ausstellungsräumen geschaut. Die ehemalige Schiffbauhalle der Neptunwerft wäre ideal gewesen, doch das ginge nun nicht mehr. "Die beste Variante wäre ein Industriebau." Doch Werner sagt auch klar: "Es gibt Forschungsdefizite." Nur weil eine solche Ausstellung von hohem öffentlichen Interesse sei, könne man nicht überstürzt handeln. Zeit und Geld seien notwendig.
THOMAS STERNBERG
Donnerstag, 24. Januar 2008 | Aus der Nachbarschaft
Zeit für neue ImpulseJetzt alle Kräfte bündeln
Der 120. Geburtstag von Ernst Heinkel veranlasst den Förderkreis für Luft - und Raumfahrt, dem umstrittenen Heinkel-Erbe in Rostock neue Impulse zu geben. Die teilweise dem Zeitgeist geopferten Empfehlungen der Expertenkommission lassen bis auf einige Ansätze ein deutliches Signal der Hansestadt vermissen, das Heinkel-Erbe zu beleuchten. Neue Forschungsergebnisse und veröffentlichte Sichtweisen einzelner Akteure des Nationalsozialismus, die ein differenziertes Bild zeigen, machen ein erneutes Herangehen notwendig. Geschichte ist nicht schwarz-weiß, sondern grau. Es gilt jetzt, alle Kräfte zu bündeln, um einen guten geschichtlichen Bezug zu der erneut aufkeimenden Luft- und Raumfahrtindustrie in unserer Region zu schaffen.
Dienstag, 18. Dezember 2007 | Hansestadt Rostock
Stadtweide galt lange als "vergessene Siedlung "
Um 1920 entstanden die Gartenstadt und Stadtweide, in denen beispielsweise das Marineamt heute seinen Sitz hat. Die Stadtweider fühlten sich viele Jahre von der Kommune betrogen.
Wirtschaftliche Krisen, Massenarbeitslosigkeit, Inflation und eine Zersplitterung der politischen Parteien prägten zur Zeit der Weimarer Republik auch die Hansestadt, Demonstrationen und Streiks waren an der Tagesordnung.
Die 1922 gegründeten Heinkel-Werke und Arado mit dem Flugzeugbau verschafften der Wirtschaft neuen Schwung. Wichtigstes Unternehmen blieb die Neptun-Werft. Um die Wohnungsnot zu lindern, wurde die Kröpeliner-Tor-Vorstadt erweitert, und vor den Toren Rostocks entstanden fünf neue Siedlungen: Gartenstadt, Stadtweide, Reutershagen, Brinckmansdorf und der Ausbau des Industriegebietes Bramow mit Wohnhäusern.
Eine besondere Aufwertung wurde dem Standort Rostock zuteil, als 1998 das Marineamt als eine von zwei höheren Kommandobehörden von Wilhelmshaven in die Hanse-Kaserne mit Sitz in der Gartenstadt verlegt wurde.
Ebenfalls militärisch - als Heeresverpflegungsanstalt - genutzt, wurde das heutige Gewerbegebiet Tannenweg. Die um 1936 gebaute Halle wurde zur Jahrtausendwende liebevoll saniert. Inzwischen siedelten sich dort Unternehmen verschiedener Branchen, beispielsweise Gebäudereiniger und -techniker, Vertreiber von Saatgut und viele andere an.
Als "vergessene Siedlung " galt Stadtweide viele Jahre lang. Seit der Wende bemühten sich etwa 30 Familien um den Kauf der Grundstücke, auf denen ihre meist desolaten Wohnbaracken aus Kriegs- und Vorkriegszeiten standen. 45 Jahre habe sich die Kommune kaum um die Bewohner gekümmert, Winterdienst beispielsweise fand nicht statt. Den Grundstückskauf sahen sie - zumeist Umsiedler aus Tschechien, die 1946 kamen - als Chance, die Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. 1993 konnten sie die Areale erstehen, und alles schien sich zum Guten zu wenden. Die Grundflächen und jeweils vier Meter rundherum sollten ausreichen, um ins Grundbuch eingetragen zu werden. Erst nachdem eine Bank Druck auf die Stadt ausübte, klappte der Kauf - das Versprechen an die Bewohner, weitere Flächen dazupachten zu können, hielt die Kommune jedoch nicht. Die Stadtweider fühlten sich betrogen. Ähnlich lief es bei der Erschließung. J. K.
Freitag, 17. August 2007 | Rostock und Umgebung
Oberstleutnant über Eurofighter
Laage/Rostock Oberstleutnant Gerd Estendorfer spricht am 20. August um 18 Uhr in der Societät Rostock maritim (ehemaliges Schifffahrtsmuseum) über "Eurofighter am Himmel Mecklenburgs - neue Aufgaben des Jagdgeschwaders 73 in Rostock-Laage ". Ein Modell des Eurofighters und Anschauungstafeln sind auch in der Ausstellung zur "Luftfahrtgeschichte Rostocks - Vom Wasser- zum Strahlflugzeug " bis zum 31. August zu sehen. Estendorfer stellt das Jagdgeschwader "Steinhoff " als das einzige Ausbildungsgeschwader der deutschen Luftwaffe für die Typausbildung auf dem Eurofighter vor. Er wird interessante Einblicke in die Technik, deren Einsatzmöglichkeiten sowie die Anforderungen an die Piloten und das Bodenpersonal geben.
Wochenendausgabe, 04. August 2007 | Wissenschaft
Ausstellungen zum Seglertreffen: Schiffe, Flieger und Figuren
"Netzwerk Hanse - Handel, Handelswege und kultureller Austausch im Ostseeraum der Hansezeit "
Schiffsmodelle, mittelalterliche Urkunden und Artefakte im Kulturhistorischen Museum Rostock, Kloster zum Heiligen Kreuz, Klosterhof 7. Bis 20. 9. Di - So 10 - 18 Uhr.
"Unterwegs mit Großseglern - Zwischen Karibik und Persischem Golf "
Fotografien des Rostocker Kapitäns Norbert Rathge in der Kleinen Galerie des Hanse Sail-Büros im Stadthafen. Bis 29. September Mo - Fr und am 11./12. August von 9 - 17 Uhr.
"Kauzige Kobolde & lustige Musikanten ".
Ausstellung und Werkstatt des Holzbildhauers Thomas Schuhmacher im Hafenhaus, Stadthafen. 8. - 12. 8. von 9 - 17 Uhr.
"Windjammer haben ein Gesicht "
30 großformatige Fotos von Hermann Müller zeigen Segelschiffe mit Galionsfiguren in der Galerie "Rostocker Hof ".6. bis 11. 8. Mo - Fr 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr.
"Schifffahrt, Schiffe und Häfen im Wandel der Zeiten "
Ständige Ausstellung im ehemaligen Schifffahrtsmuseum am Steintor, das von der "Societät Rostock maritim " betrieben wird. Mo bis So 10 - 18 Uhr
"Der Rostocker Hafen gestern heute morgen "
Schau im ehemaligen Schifffahrtsmuseum, August-Bebel-Straße 1.
Mo bis So 10 - 18 Uhr"Die Rostocker Handelsflotte von 1870 bis heute "
Ab 6. August im ehemaligen Schifffahrtsmuseum, August-Bebel-Straße1, Mo bis So 10 - 18 Uhr
"Zur Luftfahrtgeschichte Rostocks - Vom Wasserflugzeug zum Strahlflugzeug "
Sonderausstellung bis 31. August im ehemaligen Schifffahrtsmuseum, August-Bebel-Straße1, Mo bis So 10 - 18 Uhr
"See- und Marineflieger - gestern, heute, morgen "
Flugzeug- und Schiffsmodelle, der Schleudersitz eines Kampfjets, Bildtafeln und Exponate in der Galerie im Baltic Point am Passagierkai in Warnemünde. Bis 15. September täglich 9 - 16 Uhr geöffnet.
Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock auf dem Traditionsschiff Typ "Frieden "
Schau zur Entwicklung des Schiffbaus vom Einbaum bis zur computergesteuerten Fertigung auf modernen Großwerften sowie eine Freilichtausstellung mit historischer Slipanlage, Dampfwinden, Seezeichen und musealen Schiffen im IGA-Park Rostock. Im August tgl. 9 - 18 Uhr.
Wochenendausgabe, 02. Juni 2007 | Insel Usedom links
Wasserfliegerei soll Zukunft an der Ostsee haben
Swinemünde "Wir möchten an die Geschichte der zivilen Wasserfliegerei an der Ostsee und an mutige Menschen erinnern, deren Pionierleistungen fast vergessen sind. Aber wir wollen auch einen Ausblick auf die Chancen der Wiederbelebung eines Verkehrsmittels unter touristischen Aspekten geben. " Das sagte Dr. Reiner Weiß in seinem Eröffnungsvortrag zu einer Ausstellung des Förderkreises Luft- und Raumfahrt Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit Sitz in Rostock. Es geht um Wasserflugzeuge, mit vielleicht vier bis zehn Plätzen, die nicht "landen ", sondern "wassern " - zum Beispiel auf der Ostsee - und dann an den Strand schwimmen könnten. Die Ausstellung ist den ganzen Juni über im Fischereimuseum, dem alten Rathaus, der Stadt Swinemünde zu sehen. Museumsleiterin Barbara Adamczewska wies in ihren Begrüßungsworten am Donnerstagabend auf das für ihr Haus neue Gebiet hin.
Dabei ist es für Swinemünde eigentlich nicht neu. So flogen seit 1925 Wasserflugzeuge auf der Linie Berlin-Stettin-Swinemünde-Sellin(Rügen)-Stralsund. In Swinemünde gab es einen Wasserflugplatz - als Pendant zum ausdrücklich "Land "flugplatz genannten Flughafen bei Garz. Unter anderem an diese technikgeschichtlichen Bezüge erinnert auf 30 anschaulichen Tafeln die Ausstellung. Aber die Mitglieder des Förderkreises um den Vorsitzenden Dr. Dietrich Kruse arbeiten für eine Zukunftsvision: Die Wasserfliegerei soll in der Tourismusregion an der deutschen und polnischen Ostseeküste wiederbelebt werden. Sie verweisen auf deren Bedeutung beispielsweise in Skandinavien. In Schweden als dem Hauptland in Europa würden häufig Wasserflieger zur Postbeförderung eingesetzt, in Norwegen würden Kinder an der felsigen Fjordküste zur Schule geflogen. Und in Finnland mit seinen 1000 Seen erhielten Rentierzüchter das Futter für ihre Herden oft per Wasserflugzeug. Überall aber sei die Wasserfliegerei als touristisches Highlight auf dem Vormarsch.
"Wir leben im zusammenwachsenden Europa ", sagt Joachim Schönberger vom Förderkreis. Kann also an der Ostsee zwischen Travemünde, Swinemünde und Kolberg die Wasserfliegerei eine Renaissance erleben? Jedenfalls findet bei Kolberg im nächsten Jahr das erste Wasserfliegertreffen auf polnischem Boden statt. Und bereits ab Juli ist die Ausstellung in der Kurstadt zu sehen - mit Unterstützung durch polnische Enthusiasten um Miroslaw Huryn, der an der Küste zwischen Treptower und Kolberger Deep auf Ex-Militärgelände touristische Angebote rund um die Fliegerei aufbaut.
W. ABRAHAM
(Foto: Dietrich Kruse (r.) und Reiner Weiß (l.) vom Förderverein Luft- und Raumfahrt erläutern Barbara Adamczewska (Mitte) ihre Visionen.)
Foto: W. A.
Montag, 07. Mai 2007 | Rostock und Umgebung
Vortrag ergänzt Sonderausstellung
Steintor-Vorstadt Innovation und Fortschritt brachte der Ingenieur und Unternehmer Ernst Heinkel nach Rostock. Erfindungen und Rekorde im Flugwesen verbinden sich mit seinem Namen. Doch auch Erfolge im Wohnungsbau sollen auf sein Konto gehen. Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Karsten Schröder, geht heute um 18 Uhr beim Montagstreff in der Societät Rostock maritim (ehemals Schifffahrtsmuseum) mit seinem Vortrag unter anderem den Fragen nach, wie und warum Rostocks Bevölkerung Anfang der 1930er-Jahre wuchs und die Stadt zur ersten Großstadt Mecklenburgs wurde, ob die Rostocker Industrie in der NS-Zeit Rüstungsgüter produzierte oder eher Wohnungen baute. Der Vortrag ergänzt die Sonderausstellung in der Societät "Zur Rostocker Luftfahrtgeschichte - Vom Wasserflugzeug zum Strahlflugzeug ".
Freitag, 13. April 2007 | Ostseebad Warnemünde
Wieder Chancen in der Luft
Warnemünde/Rostock Warnemünde gewinnt wieder Profil als Standort der Luft- und Raumfahrttechnik. In der Reihe "Montagstreff " informieren am 16. April in der Societät maritim (ehemals Schifffahrtsmuseum) zwei Vertreter der Branche über aktuelle Entwicklungen in ihren Unternehmen. Petra Ludwig, Geschäftsführerin des Technologiezentrums Warnemünde, und Manfred Lehde, Chef der Rostock System Technik, berichten u. a. über die Rolle von Simulationsverfahren bei der Entwicklung neuer Flugzeuge und über Evakuierung im Katastrophenfall. Beginn 18 Uhr.
Dienstag, 20. März 2007 | Hansestadt Rostock
Neue Ausstellung zeigt Rostocker Flugtechnik
Besucher der Ausstellung "Von Wasser- zum Strahlflugzeug " erfahren nicht nur von Höhepunkten der Rostocker Luftfahrtgeschichte, sondern werden auch über deren dunkle Seiten informiert.
Stadtmitte "Dieses Kapitel wurde bisher totgeschwiegen ", sagt Conni-Jürgen Heiduk von der Societät Rostock maritim e.V. über die Ausstellung. Dass es im Zweiten Weltkrieg in unserer Gegend Zwangsarbeiter gab, hören viele nicht gern. Aber es gehört zu unserer Geschichte ", betont er. Die großen Flugzeugwerke Bachmann, Arado und Heinkel werden ausführlich vorgestellt. Info-Tafeln und historische Bilder berichten über deren Entstehung und Entwicklung. Zu sehen sind außerdem zahlreiche Modelle von Fliegern und Flugwerken. Der Förderkreis für Luft- und Raumfahrt MV und der Förderverein Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth sind für die Inhalte verantwortlich und zeigen, dass Rostock bis 1945 zu den drei großen Zentren des deutschen Flugzeugbaus gehörte. Die größten Standorte waren Hohe Düne, Marienehe und Warnemünde. "Hier gab es manche Höhepunkte für die Flugzeugindustrie, etwa die Entwicklung des ersten Schleudersitzes für Kampfflieger ", erzählt Joachim Hoppe, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Entstanden sind hier auch Flugzeugkatapulte für den Start auf Passagierschiffen. Hauptsächlich bekannt waren die Heinkel-Werke als Geburtsstätte des Strahltriebwerkes, das sich weltweit durchsetzte.
KATI HALL
Leserbrief von Dietrich Kruse aus Rostock | 15.03.2007 12:03 Uhr
Erneuter Streit mit Senatorin Ida Schillen über die Ausstellung zur Rostocker Luftfahrtgeschichte
Bereits vor 5 Jahren hatte die Senatorin Frau Ida Schillen Probleme mit einer Ausstellung des Förderkreises Luft- und Raumfahrt Mecklenburg-Vorpommern e.V. zur Geschichte des Flugzeugbaus in Rostock.
Der Verein brachte im August 2002 eine Ausstellung zum Thema "80 Jahre Heinkelwerke " heraus. Tausende Besucher schätzten diese Ausstellung, deren Ziel die Erinnerung an eine wesentliche Phase der industriellen Entwicklung der Stadt Rostock war, als informativ und wichtig ein. Diese Phase wurde während der DDR-Zeit totgeschwiegen und der Name Heinkel zum Synonym für die Rüstung und Kriegsverbrechen gemacht.
Von Ida Schillen wurde die Ausstellung als "geschichtsverfälschend und in Teilen als den Verdacht der Volksverhetzung erweckende Ausstellung " ausgelegt. Auf ihr Betreiben hin entschied die Bürgerschaft der Hansestadt, dass die Ausstellung zu schließen sei, obwohl der überwiegende Teil der Abgeordneten die Ausstellung gar nicht gesehen hatte.
Dieser Beschluss der Bürgerschaft wurde durch eine gerichtliche Verfügung aufgehoben und die Ausstellung wieder geöffnet. Es entfaltete sich eine breite öffentliche Diskussion über die Zeit des Flugzeugbaus in Rostock. Darin äußerten sich die mündigen Bürger über diesen Teil der Geschichte unter dem heutigen Geschichtsverständnis eines demokratischen Staates.
Eine gerichtliche Auseinandersetzung endete mit einem Vergleich. Ida Schillen wurde verpflichtet, fürderhin nicht mehr die o. g. Anschuldigung zu verbreiten.
Die von der Hansestadt Rostock eingesetzte "Heinkelkommission " sollte Vorschläge unterbreiten, wie man künftig mit dem Erbe der Vergangenheit umgehen sollte. Außer einem hohen Geldverbrauch brachte diese Kommission aber nur wenig zustande. Ein Journalist titelte damals treffend: "der Berg kreißte und gebar ...eine Maus ".
Am 3. März dieses Jahres eröffnete der Förderkreis Luft- und Raumfahrt MV e.V. in der Begegnungsstätte der "Societät Rostock maritim e.V. " (ehemals Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Str. 1) eine weitere Ausstellung zur Rostocker Luftfahrtgeschichte. Darin wird die Entwicklung der drei Flugzeugbauunternehmen Arado, Heinkel und Bachmann in den Jahren von 1920 bis 1945 dargestellt. Die vielen Besucher bestätigen den Initiatoren, dass diese Ausstellung gut gelungen und ausgewogen ist.
Rechtzeitig wurde vom Förderkreis um die Zurverfügungstellung von Modellflugzeugen durch das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock gebeten. Diese Modelle wurden bereits in der Ausstellung "1000 Jahre Mecklenburg " gezeigt. Ida Schillen versteckt sich nun hinter angeblichen Formfehlern in der Antragstellung, um die für die Ausstellung wichtigen Exponate nicht ausliefern zu müssen. Damit bleibt sie bei ihrer schon 2002 gezeigten Haltung und hat offenbar nichts dazu gelernt.
Sich die Ausstellung anzusehen, ist wohl nicht ihr Stil. Die Ausstellung könnte ja "geschichts-verfälschend und in Teilen... ", aber das hatten wir ja schon.
Jetzt ist wieder der mündige Rostocker Bürger gefragt.
Norddeutsche Neueste Nachrichten
5. März 2007
Geschichte der Fliegerei entdecken
Rostock (nsch) Mehr als 55 Schautafeln und zahlreiche Flugzeugmodelle der Ausstellung "Vom Wasser- zum Strahlflugzeug" sind seit dem Wochenende in den Räumen des Vereins Societät maritim im ehemaligen Schifffahrtsmuseum in der Augsut-Bebel-Straße 1 zu sehen.
"Die Anfänge liegen hier bei den Wasserfliegern. Da sie zu schwerfällig waren, wurden sie weiterentwickelt", sagte der Vorsitzende des Förderkreises Luft- und Raumfahrt MV und zugleich Ausstellungsorganisator Dietrich Kruse zur Eröffnung am Sonnabend. Dabei stellt der Verein die 25-jährige Geschichte von 1920 bis 1945 der heinkel-, Arado- und der Bachmannwerke, ihre Verbindung zur Rüstungsproduktion im Dritten Reich und der Entwicklung des ersten Strahltriebwerkes durch Hans von Ohain dar. Neben Modellen wie dem Schulflugzeug Arado 76 oder dem He 162 können die Besucher ebenso einen Schleudersitz einer Mig 29 bestaunen. "Unsere Ausstellung ist zum größten Teil auf den technischen Aspekt fokussiert", sagt Vorsitzender Kruse.
Einen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse der Zeit verschaffen 20 Taflen der Barther Dokumentations- und Begegnungsstätte. "Wir arbeiten seit 1998 an der Thematik Konzentrationslager und die Häftlingsthematik bildeten den Anlass für die Recherche", sagt Vereinsvorsitzende Hannelore Rabe. So hätten KZ-Insassen in den Heinkelwerken und am Bau einer neuen Halle mitgeholfen. In ihrer Rede gab Rabe zu bedenken, dass dieser Weg der Historie zugleich ein Weg des Todes sei. "Die Besucher sollen sich selbst ein Urteil über Heinkel bilden", so Rabe.
"Die Frage nach Technik und Verantwortung muss immer wieder neu beantwortet werden", sagte Oberbürgermeister Roland Methling.
Rostocker Blitz
Am Sonntag
4. März 2007
Rostocker Luftfahrtgeschichte
Rostock. Gerstern wurde in der August-Bebel-Straße die Ausstellung "Vom Wasser- zum Strahlflugzeug" eröffnet. Der Förderkreis Luft- und Raumfahrt M-V e.V. und die Societät maritim rücken damit ein zwiespältiges Kapitel Rostocker Luftfahrtgeschichte ins Blickfeld.
Es begann um 1920 mit dem Aufbau der Heinkelwerke, der Aradowerke und der Aero-Sport GmbH, die zunächst in Warnemünde waren. Im Zuge des Rüstungsbooms entwickelte sich Rostock zu einem von drei großen Zentren des Flugzeugbaus in Deutschland. Die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger zahlten dafür allerdings im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges einen schrecklichen Preis. Daran erinnert die Ausstellung, aber ebenso an Pionier- und Spitzenleistungen der Flugzeugbauer, zu denen Hans von Ohain mit dem ersten funktionsfähigen Strahltriebwerk gehörte. Auch das Los der Zwangsarbeiter in den Flugzeugwerken ist nicht vergessen.
Die Ausstellung wird bis zum 30. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen sein.
(G. Spilker)
Ausstellung zur Geschichte der Seefliegerei in Stettin
(Die Pommersche Zeitung vom 23.09.2006)
Eine Ausstellung zur Geschichte der Seefliegerei in Stettin ist noch bis 1. Oktober im Stettiner Schloß zu sehen. Gezeigt werden 31 Tafeln zur Geschichte der Seefliegerei an der Ostseeküste bis in die 40er Jahre des vorrigen Jahrhunderts, ergänzt durch Darstellungen zu den Anfängen des polnischen Kleinflugwesens und des Flugbetriebs auf dem Flughafen in Stettin-Altdamm. Das Otto-Lilienthal-Museum Anklam steuerte für die Ausstellung ebenfalls einige Flugmodelle aus den Anfängen der Fliegerei in Deutschland bei.
Wolfgang Dahle, Rostock
Donnerstag, 14. September 2006 | Mecklenburg-Vorpommern
Schau widmet sich tollkühnen Männern
Eine Ausstellung im Stettiner Schloss erinnert an die zivile Seefliegerei. Das EU-Projekt haben Deutsche und Polen gemeinsam realisiert.
Stettin (OZ) Der zivilen Segelfliegerei in Mecklenburg und Pommern widmet sich derzeit eine Ausstellung in Stettin (Szczecin). Deutsche und polnische Enthusiasten haben die Schau mit dem Titel "Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern - gestern und heute" gemeinsam gestaltet.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und Interessierte sind bis zum 30. September in der Südgalerie des Schlosses der Pommerschen Herzöge willkommen. Die Schau, die von der EU gefördert wurde, erinnert an die Leistungen der Segelfliegerei. "Der Wasserflugverkehr in Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern hat eine Vergangenheit und eine Zukunft", betont Konrad Szulc, Direktor des Schlosses. Das Otto Lilienthal-Museum Anklam stellte verschiedene Flugapparate zur Verfügung, so eine Flugmaschine Lilienthals im Maßstab 1:1 und ein Zeppelin-Luftschiff im Maßstab 1:5.
Großformatige Ausstellungstafeln vom Verein Förderkreis Luft- und Raumfahrt Mecklenburg-Vorpommern wurden mit polnischen Texten versehen. Die Tafeln zeigen die Entwicklung des Flugwesens an der deutschen Ostseeküste. Der dritte Teil der Ausstellung stellt die polnische Geschichte des Flugwesens in Westpommern nach 1945 vor. Zum ersten Mal präsentiert der Aeroklub Szczecin den historischen Pokal des James Gordon Bennett Cups, den die polnischen Ballonflieger Franciszek Hynek und Zbigniew Burzynski 1933 gewannen, der Öffentlichkeit.
Die Idee zu der deutsch-polnischen Zusammenarbeit stammt von den Vereinsmitgliedern des Förderkreises Luft- und Raumfahrt Mecklenburg-Vorpommern aus Rostock. Dr. Reiner Weiß vom Rostocker Förderkreis: "Vor dem zweiten Weltkrieg gab es Wasserflugzeug-Verbindungen zwischen Berlin und Stettin, Rügen und Hiddensee. Von Stettin gab es Flüge nach Stockholm, Kopenhagen und Oslo. Es wurden Personen und auch Post transportiert. Die Chancen, solche Routen wieder aufleben zu lassen, stehen gut." So gebe es Möglichkeit, Wasserflugzeuge als touristisches Angebot einzusetzen. Der Verein denke auch an überregionale Flüge von Stettin nach Rostock oder von Polen nach Schweden.
Bereits seit 2001 treffen sich in Rostock zur alljährlichen Hanse Sail Wasserflugzeuge mit internationalen Teilnehmern.
Das sich die Seefliegerei an der Ostseeküste vor allem für Touristen wieder zu einem internationalen Projekt entwickelt, ist nicht nur der Wunsch des Rostocker Vereins.
MONIKA KÄNING
(Foto: Ein polnisches Hochzeitspaar lässt sich vor einem polnischen Flugzeug, einem Exponat der Ausstellung, im Innenhof des Schlosses in Stettin fotografieren.Foto: Käning)
Ausstellung in Stettin
(Nordkurier 11.9.2006)
Der Förderkreis Luft- und Raumfahrt Mecklenburg-Vorpommern e.V. Rostock beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte der Fliegerei und des Flugzeugbaus in Mecklenburg und Pommern bis zum Kriegsende 1945. Im vergangenen Jahr wurde bereits eine Ausstellung in der Form von Bildtafeln gestaltet, die im Baltic-Point Warnemünde zu sehen war. Die Exposition zeigte neben dem thematischen Schwerpunkt Rostock-Warnemünde auch die in den 20er- und 30er-Jahren entwickelten Flugverbindungen von Berlin in Richtung Ostseeküste und bis nach Skandinavien. Dabei spielten das Verkehrskreuz Stettin-Altdamm und die pommerschen Ostseebäder eine dominante Rolle. Um das Thema auch beim polnischen Nachbarn bekannt zu machen, wurde das Ausstellungsmaterial erweitert und ist nun - mit Textkurzfassungen in Polnisch versehen - in einer gemeinsamen Ausstellung im Südflügel des Schlosses der pommerschen Herzöge in Stettin zu sehen. Sie wird ergänzt durch Darstellungen zu den Anfängen des polnischen Kleinflugwesens und des Flugbetriebes auf dem Flughafengelände in Stettin-Altdamm (Szczecin-Dabie). Das Otto-Lilienthal-Museum Anklam steuerte einige Flugmodelle aus den Anfängen der Fliegerei in Europa bei. Die Exposition zur Geschichte von flugzeugbau und Flugbetrieb in Norddeutschland ist noch bis zum 1. Oktober geöffnet.
Wolfgang Dahle
Der Gordon-Bennett-Pokal in Stettin! Faszinierende Luftfahrt
(Kurier Szczecinski 1. September 2006)
Von Stettin-Altdamm, wo bis 1945 ein Land-Wasserflughafen bestand, verkehrten Land- und Wasserflugzeuge nach Berlin, Stockholm, Kopenhagen, Oslo, Swinemünde, Rügen und Göteborg. Aus dem vorpommerschen Anklam stammt der Luftfahrtpionier Otto Lilienthal, auf dem Flugplatz im Stettiner Kreckow landeten im Jahre 1909 die Brüder Wright, ein Jahr später kam es hier zum ersten tödlichen Unfall in der Geschichte der motorflüge in Deutschland. Die Ausstellung "Gestern und heute der Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern und in Westpommern" wurde am Donnerstag im Stettiner Schloß eröffnet. Zu sehen sind hier von Otto Lilienthal und seinem Freund, dem polnischen Maler Czeslaw Tanski, konstruierte Flugmodelle. Es gibt hier Dokumente, Fotos und Landkarten, Flugzeugmodelle. Zum ersten Mal zeigt der Polnische Aeroclub auf einer Ausstellung außerhalb Warschaus den Gordon-Bennett-Pokal, den in den dreißiger Jahren die legendären Flieger: F. Zwirkom, S. Wigura, J. Bajan und G. Pokrzywka für Polen zum ständigem Eigentum errungen haben. Die Ausstellung berichtet von einer ungewöhnlichen Geschichte und enthält auch Vorstellungen für die Zukunft. - "Wir wollen die einst populären Flugverbindungen mit Wasserflugzeugen entlang der Ostseekurorte wieder beleben. In Rostock organisieren wir solche Flüge bereits", sagte gestern Reiner Weiss vom Förderkreis Luft- und Raumfahrt aus Rostock, ein Mitorganisator der Ausstellung. Weitere Organisatoren der Ausstellung sind auch das Otto-Lilienthal-Museum in Anklam, das Schloß der Pommerschen Herzöge, der Polnische und der Stettiner Aeroclub.
(b.t.)
Flugzeuge im Schloß
(Gazeta Wyborcza Szczecin 1. September 2006)
Den ganzen September über kann eine Ausstellung über die Geschichte der polnischen und deutschen Luftfahrt in Pommern besichtigt werden. Die Exponate sind in der Südgalerie des Schlosses zu sehen. Das sind u.a. Rekonstruktionen von Modellen verschiedener Flugapparate, Fotos, Flugkarten, Bordbücher, Uniformen, Dokumente im Zusammenhang mit der Entstehung und Entwicklung des Flugverkehrs in Pommern. Es befinden sich hier auch die wertvollsten Trophäen polnischer Piloten, die vom Polnischen Aeroklub zur Verfügung gestellt wurden. "Wir sahen die Ausstellung in Warnemünde und entschlossen uns, eine ähnliche in Stettin zu organisieren", sagt Konrad Szulc, der stellvertretende Direktor des Schlosses der Pommerschen Herzöge. "Das gelang uns u.a. dank der Zusammenarbeit mit dem Otto-Lilienthal-Museum in Anklam und dem Förderkreis für Luft- und Raumfahrt in Rostock." "Wir freuen uns, daß die deutsche Ausstellung mit einer polnischen verbunden wurde, denn die Geschichte der Luftfahrt auf dem Gebiet von Mecklenburg und dem polnischen Pommern läßt sich nicht trennen", sagt Reiner Weiss, Vorsitzender des Vereins aus Rostock. - In den Jahren 1920-1930 verliefen über diese Gebiete Wasserflugverbindungen, die eine bedeutende Rolle im Verkehr spielten. Gerade daran knüpfen die auf der Ausstellung gezeigten Tafeln an, die auch die gegenwärtigen Vorstellungen für die Wiederaufnahme derartiger Verbindungen illustrieren. - "Es geht uns nicht nur um die Darstellung der Geschichte der Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern, sondern auch um die Wiederbelebung des Wasserflugverkehrs in dieser Region", sagt Weiss.
Im Schloß der Pommerschen Herzöge - Aus der Geschichte der Luftfahrt
(Kurier Szczecinski 31. August 2006)
"Gestern und heute - Luftfahrt in Mecklenburg-Vorpommern und in Westpommern" - so lautet der Titel der Ausstellung, die heute (um 17.00 Uhr) in der Südgalerie des Stettiner Schlosses eröffnet wird. Die Exponate für die einmalige Ausstellung stellten das Otto Lilienthal-Museum in Anklam, der Förderkreis Luft- und Raumfahrt aus Rostock, der Polnische und der Stettiner Aeroclub zur Verfügung.
Auch die Flieger geben sich beim maritimen Großereignis ein Stelldichein
Zwölf Wasserflugzeuge kommen
(Urlaubslotse von Rerik bis Graal-Müritz 05.-11.August '06)
"Wir sind mit unseren Wasserflugzeugen von Anfang an dabei, uns gefällt es bestens", erklärt Dietmar Knauer, Geschäftsführer der Clipper Aviation. Zum 6. Seefliegertreffen während der Hanse Sail kommt das Unternehmen mit den drei firmeneigenen Wasserflugzeugen an die Küste: Beaver DHC 2 und die Cassnas 206 und 172. "Wir wollen das Seefliegertreffen durch unserer Teilnahme unterstützen, bieten Rundflüge an und freuen uns über den guten Zuspruch gerade am Wochenende", so Knauer, der als Pilot die Cessna 172 nach Rostock fliegt. Insgesamt haben sich zum Seefliegertreffen zwölf Wasserflugzeuge und zwei Hubschrauber aus Schweden, Norwegen, England, Holland, Österreich und Deutschland angemeldet. Auch die schwedische Cessna Carawan 208 mit Thomas Hammerlund im Cockpit ist erneut dabei, die neun Passagiere an Bord nehmen kann. Als Präsident des österreichischen Wasserfliegerverbandes fliegt Gustav Z. Heldosi die Lake LA 200 persönlich an die Küste. Unter anderem kommen zwei weiter Cessnas 206 für je vier Mitflieger, eine Piper aus England und zwei Hubschrauber, fasst Kumpart zusammen, der schon fünf Seefliegertreffen organisierte.
Freitag, 17. Februar 2006 | Titelseite
Luftfahrtkonzern öffnet im März Zentrum
Die Diehl Vvionik Systeme GmbH mit Hauptsitz am Bodensee eröffnet eine Betriebsstätte in Rostock. Zunächst werden 30 Ingenieure eingestellt. Der Betrieb ist seit über 100 Jahren in Familienbesitz.
Stadtmitte "Es gibt viele gute Gründe nach Ostdeutschland zu gehen, statt ins Ausland", sagt Rainer Ott, Vorstand der Diehl Avionik Systeme GmbH. Die Hansestadt hat den Standortwettbewerb gegen Dresden und Potsdam gewonnen. Das erste Gespräch führte Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) im November 2005 mit dem Investor. Keine drei Monate später ist die Firma hier. Der Airbus-Zulieferer will Mitte März ein Entwicklungszentrum mit 30 Ingenieuren eröffnen. Wo das in Rostock sein wird, darüber herrscht noch Funkstille. Die Entscheidung über ein Gebäude falle Anfang März.
"Modernste Technik von Diehl öffnet die Türen des Airbus 380. Ahnliche Technik soll künftig in Rostock entwickelt werden", sagt Wirtschaftsminister Ebnet. Konkret handele es sich um Türsysteme von Airbus-Flugzeugen sowie elektronische Systeme für Funktionen in Flugzeugen und Hubschraubern. Mittelfristig würden bei Diehl - ein Familienunternehmen - weitere Arbeitsplätze in Rostock entstehen.
Vorstand Ott wünscht sich aber so schnell wie möglich vom Flughafen Laage aus eine Verbindung nach Stuttgart oder Frankfurt / Main. Er habe sich vor der Ansiedlung in Rostock mehrfach fragen lassen müssen: Wie willst du denn nach Rostock kommen? Wirtschaftsminister Ebnet bemüht sich seit längerem um eine solche Verbindung. Er wolle am Ball bleiben, ließ er gestern wissen.
Diehl-Vorstand Ott hat in Rostock viele Standortvorteile ausgemacht. "Hier gibt es gute Ingenieure. Und auch die Forschungsinfrastruktur ist ein enormer Vorteil im knallharten internationalen Wettbewerb." Zudem sei der Marinestandort Rostock sehr wichtig für sein Unternehmen. Hier wolle er eine Entwicklungskooperation erreichen.
Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) sieht in der Ansiedlung von Diehl Avionik eine weitere Konzentration von Airbus-Zulieferern in Rostock. Methling freut sich, dass in Rostock allein im letzten Jahr 1000 neue Arbeitsplätze im Mittelstand entstanden sind. Er verweist auf die lange Tradition der Stadt als Flugzeugbaustandort. "In Rostock wurde der erste Schleudersitz erfunden", erinnerte Methling gestern. Hier habe 1939 auch das Jet-Zeitalter begonnen.
Methling hörte gern, was Diehl-Vorstand Ott sagte: "Wir versuchen, auch Zulieferer zu überzeugen, in die Hansestadt Rostock zu kommen."
In Mecklenburg-Vorpommern liefern derzeit 30 Unternehmen mit ihren rund 1500 Beschäftigten der Luft- und Raumfahrtindustrie zu. Zu den Produkten gehören unter anderem Spezialvorrichtungen, Brandgassensoren und Spezialschläuche.
WOLFGANG THIEL
Mittwoch, 08. Februar 2006 | Titelseite
TLG will Werftdreieck bebauen
Jahrelang passierte nichts auf dem Heinkel-Areal. Jetzt will die TLG selbst bauen und sucht als erstes in Hamburg nach Mietern.
Kröpeliner-Tor-Vorstadt Das Areal Werftdreieck ist ein Sahnestück. Kaum vorstellbar, dass die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) in all den Jahren nach der Wende keinen Investor gefunden haben will. Doch jetzt scheint der Wind anders zu wehen. "Im März 2006 bringen wir unsere Vermarktungsbroschüre für das Gelände des Werftdreiecks auf den Markt", versichert TLG-Sprecher Steffen Marske. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Rostock Business wolle man im April eine große Messe in Hamburg besuchen und stark für das Werftdreieck werben. Das Areal werde im gleichen Atemzug auch international angeboten, sagt Marske. Er sei froh über die Genehmigung, auf dem Werftdreieck auch Einzelhandel integrieren zu können. "Wir werden kurzfristig auf potenzielle Mieter zugehen", verweist Marske auf die nächsten Schritte. Die TLG will als Investor auftreten und nutzerspezifische Immobilien errichten. "Wir greifen jetzt massiv mit der Vermarktung an."
Die unter Denkmalschutz stehende Heinkelmauer soll nach den Worten von Marske in die Konzepte einbezogen werden.
Rostock Business sieht im Standort Werftdreieck viel Potenzial durch attraktive Immobilienentwicklungen neue Unternehmen für Rostock zu begeistern. "Wir freuen uns, dass die TLG die Planungen im Werftdreieck vorantreibt", so Michael Sturm, Geschäftsführer von Rostock Business. Und auch Stadtarchitekt Christoph Weinhold bricht eine Lanze für den Standort. "Aus heutiger Sicht können hier innovative Betriebe und Gewerbe angesiedelt werden. Die TLG will auch Zulieferer für Flugzeug- und Raumfahrtindustrie für das Werftdreieck interessieren. "Sollte es interessante Unternehmen geben, die sich ansiedeln wollen, kann der Bebauungsplan schnell angepasst werden", sagt Weinhold.
Für das Werftdreieck habe es gute Ansiedlungsmöglichkeiten gegeben. "Die sind am Preis der TLG gescheitert", bedauert Dr. Ulrich Seidel, Chef des Unternehmerverbandes. Er kritisiert, dass die TLG erst jetzt aktiv werde mit der Vermarktung des Geländes.
Professor Otto Stüdemann vom Fachbereich Landeskultur und Umweltschutz der Universität empfahl schon im April 2003, Augenmaß bei der Bebauung des Areals zu wahren, weil es als offene Schneise eine wichtige Funktion für das Klima in der Hansestadt Rostock habe. Das dürfe nicht aus dem Auge verloren werden.
WOLFGANG THIEL
(Foto: Das große Gelände Werftdreieck in bester Lage liegt seit Jahren brach. Foto: Thomas Mandt)
Wochenendausgabe, 28. Januar 2006 | Ostseebad Warnemünde
Frische Luft aus Rostock im neuen Airbus
Die Klima-Anlage im Airbus 380 wurde im Technologiepark Warnemünde entwickelt. Von RST. Die Technologie-Firma hat große Pläne.
Warnemünde Zunächst erscheint der neue Airbus 380 als komplettes Flugzeug auf dem Computer-Bildschirm. Dann wird die Darstellung immer detaillierter, bis nur noch der Raum zwischen der Außenwand und dem Innenraum des Flugzeuges zu sehen ist. Kabelgewirr, in das die Entwicklungsingenieure der Firma RST - Rostock System Technik - die Rohre für die Klima-Anlage des europäischen Großfliegers legen. Reiht man alle Rohre aneinander, sind sie einen Kilometer lang.
"Das wäre schön einfach", sagt RST-Geschäftsführer Manfred Lehde. "Unsere Konstrukteure drängeln sich aber mit allen möglichen anderen Airbus-Partnern in dem knapp bemessenen Raum." Die Suche nach dem besten Weg für die Rohre ist ein Aspekt. RST muss außerdem an dem richtigen Material tüfteln: Möglichst leicht und lange haltbar sollen die Rohre sein, nicht brennbar und möglichst in wenigen Varianten konstruiert, damit man nicht für jedes Stück Rohr eine eigene Fertigungsvorrichtung braucht. Und befestigt werden müssen sie so sicher, dass nichts klappern oder abreißen kann.
Seit vielen Jahren ist RST ein Tochterunternehmen des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS (European Aeronautic Defence and Space) mit Sitz im Technologiepark Warnemünde. "Die Luftfahrt ist inzwischen unser größter Umsatzfaktor", macht Lehde deutlich und blickt optimistisch in die Zukunft. "Wir gehen davon aus, dass wir auch die Klima-Anlage für das Airbus-Transportflugzeug und für den kleineren Jet A 350 entwickeln werden." Künftig will RST auch Simulationstrainer bauen. Sie sehen aus wie halbe Flugzeuge auf einem Gestell, das für flugähnliche Bewegungen sorgt. In solchen Simulationstrainern müssen alle Stewardessen einmal pro Jahr üben, wie sie im Brandfall, bei einer Notlandung oder bei einem plötzlichen Druckabfall in großer Flughöhe zu reagieren haben. Auftraggeber werden verschiedene Fluggesellschaften sein.
RST sorgt aber nicht nur für Sicherheit und gute Luft im Flugzeug, sondern auch im Tunnel. Mit einer "elektronischen Nase". Das Sensorsystem kann überall dort zum Einsatz kommen, wo der Mensch nicht sein kann oder soll. Es dient der Brandfrüherkennung. "Wir haben dem System etwa 1200 Brandarten beigebracht", erläutert Lehde. Das sei wichtig, damit man bei der Brandbekämpfung sofort wisse, um welche Stoffe es gehe und man gleich die richtigen Mittel einsetzen könne. "Das Sensorsystem hat uns viele Lorbeeren gebracht", sagt Lehde. Getestet wird es zum Beispiel in Stockholm auf U-Bahnhöfen. "In der schwedischen Haupstadt plant man, alle Tunnel und U-Bahnhöfe mit der elektronischen Nase ausrüsten", freut sich Lehde auf den wirtschaftlichen Durchbruch für diese RST-Entwicklung.
ANJA NEUTZLING
Montag, 05. Dezember 2005 | Mecklenburg-Vorpommern
Wie Phoenix aus der Asche
Fast 60 Jahre ruhte das Flugzeugwrack einer abgestürzten Heinkel 219 auf dem Grund eines mecklenburgischen Sees. Jetzt werden die ersten gehobenen Überreste des Nachtjägers aus dem Zweiten Weltkrieg in Rostock konserviert.
Rostock (OZ) Die Leipziger Sporttaucher staunten nicht schlecht, als sie durch Zufall das Wrack eines abgestürzten deutschen Flugzeuges aus dem Zweiten Weltkrieg in einem See bei Mirow entdeckten. Nachdem die Sachsen erste Fragmente geborgen hatten und auch das Landesamt für Bodendenkmalpflege einer Dauerleihgabe zugestimmt hatte, befinden sich nun die ersten Überreste des Flugzeugwracks in Rostock.
"Es handelt sich um eine Heinkel 219", erklärt Gerd Eichler vom Förderkreis Luft- und Raumfahrt, der zusammen mit anderen Mitgliedern des Rostocker Vereins erste Fragmente identifiziert, säubert und konserviert. Jeden Donnerstag treffen sich einige Enthusiasten in der Halle 535 auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft. Zusammen wollen sie die größten Teile der alten Heinkel-Maschine so aufbereiten, dass diese der Nachwelt erhalten bleiben und nächstes Jahr auch der Öffentlichkeit präsentiert werden können.
"Anlass für eine mögliche Ausstellung im Jahr 2006 ist das achtzigjährige Jubiläum der internationalen Seefliegerwettbewerbe in Warnemünde", sagt der Vorsitzende des Förderkreises für Luft- und Raumfahrt, Dietrich Kruse. Das große Höhenleitwerk der alten He-219, die auf Grund ihrer Funktion als Nachtjäger auch den Beinamen "Uhu" trägt, soll dann als Blickfang dienen. Bis dahin müssen aber noch zahlreiche Arbeitsstunden investiert werden. Der Zahn der Zeit hat nicht nur an den Resten der He-219 seine Spuren hinterlassen, sondern auch an vielen anderen potentiellen Ausstellungsstücken, die ebenfalls auf ihre weitere Bearbeitung warten.
Was sich in den meterhohen Regalen der Halle 535 türmt und stapelt, mag für den Laien oftmals nur noch Schrott sein, für die Mitglieder vom Förderkreis für Luft- und Raumfahrt ist es ein wahrer Schatz. Erst bei genauerer Betrachtung und fachkundiger Erläuterung von Gerd Eichler entpuppt sich das Altmetall auch für den Nichtfachmann als ein Potpourri aus Flugzeugtrümmern der Fabrikate Junkers, Heinkel und Dor- nier. "Viele Stücke sind Boden- oder Wasserfunde, andere vom Schrottplatz oder Schenkungen", sagt Kruse.
Jedes geborgene Wrackteil eines Flugzeuges steht nicht nur für ein Stück technischen Kulturguts, sondern oft auch für kleine Anekdoten ihrer Entdecker und Fundorte. So wie der Kleingärtner aus Bentwisch, der beim Entrümpeln seiner Laube das Fahrgestell eines russischen Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg fand oder etwa die neuen Eigentümer eines Pastorenhauses in der Nähe von Stralsund, die auf dem Dachboden die Bodenklappen einer Junkers 88 entdeckten.
Geschichten dieser Art sind keine Seltenheit. "Gerade Gegenden, wo deutsche Feldflugplätze 1945 von der Front überrollt und viele Flugzeuge einfach stehen gelassen wurden, haben oft Dorfbewohner aus der näheren Umgebung die Maschinen für den Eigenbedarf ausgeschlachtet. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn so mancher Kaninchenstall aus den Teilen eines Flugzeuges entstand", erzählt Gerd Eichler.
Während der Förderkreis für Luft- und Raumfahrt mit der landesweiten Resonanz zufrieden ist und etliche Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Fundstücke für eine museale Darstellung und Komplettierung der Sammlung abgeben, fühlt sich der Verein von der Hansestadt Rostock etwas stiefmütterlich behandelt. "Wir erhalten keine Form der Unterstützung, dabei brauchen wir dringend Ausstellungs- und Lagermöglichkeiten, außerdem eine Werkstatt, um unsere Exponate bearbeiten zu können", fordert Kruse.
Seit Jahren scheitert der Förderkreis für Luft- und Raumfahrt mit seinem ehrgeizigen Vorhaben, in Rostock ein Museum für Einheimische und Besucher entstehen zu lassen, die sich für die Luftfahrtgeschichte im heutigen Mecklenburg-Vorpommern begeistern können.
Nicht nur das strittige Engagement der Hansestadt, sondern auch der Mangel an tatkräftigen Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern gestaltet die Arbeit und weiteren Pläne des Vereins als schwierig. Resignieren wollen die Mitglieder des Förderkreises aber nicht. "Dann müssen wir vorerst kleinere Brötchen backen", so Gerd Eichler, der sich mit Blaumann und Schutzbrille wieder am Seitenleitwerk der He-219 zu schaffen macht, um es vor weiterer Korrosion zu schützen.
CHRISTIAN BOELTE
(Foto: Gerd Eichler und Michael Techritz (re.) konservieren das Seitenleitwerk eines Heinkel-Flugzeuges aus dem Zweiten Weltkrieg. Foto: C. Boelte)
Montag, 05. Dezember 2005 | Mecklenburg-Vorpommern
INFO
Förderkreis Luft- und Raumfahrt
Zu den aktuellen Aufgaben des Vereins, der sich 1993 in Rostock gegründet hat und dem heute ca. 30 Mitglieder angehören, zählen u.a.:
Bergung von noch vorhandenen Flugzeugwracks bzw. -teilen für eine Konservierung und Restaurierung und spätere Ausstellung in Rostock
Sammlung von Unterlagen, Belegen und Aussagen von Zeitzeugen, die die Technik- und Luftfahrtgeschichte des Landes (u.a. mit Heinkel, Dornier, Arado) dokumentieren
Information der Öffentlichkeit durch Vorträge und Ausstellungen
Hilfe bei der Ansiedlung von luftfahrtgebundenem Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern
Unterstützung der Luftfahrt und des Flugsports in MV, dabei enge Zusammenarbeit mit den Flughäfen und Flugsportvereinen
Versuch der Erhaltung der sogenannten "Heinkel-Mauer" in der Lübecker Straße in Rostock (einzig noch erhaltene Fassade einer Produktionshalle der Heinkel-Werke)
Freitag, 18. November 2005 | Mecklenburg-Vorpommern
Space Park am Rostocker Werftdreieck geplant
Rostock (OZ/TM) Auf dem ehemaligen Gelände der Heinkel-Werke am Werftdreieck in Rostock soll ein "Space Park" entstehen. Überlegungen zu diesem Zentrum für denkende Dienstleistungen äußerte gestern Kurt Reppenhagen, Niederlassungsleiter der TLG Immobilien in Rostock, am Rande des zweiten Rostocker Immobilientages.
Geplant ist die Ansiedlung hochwertiger Dienstleister aus Forschung und High-Tech-Branchen wie Zulieferer für Flugzeug- und Raumfahrtindustrie.
Derzeit sei man auf der Suche nach Mietern. Studien zu einer Bebauung liegen vor. Bauherr wäre die TLG, die Besitzerin des 4,2 Hektar großen Areals ist, das seit Jahren brach liegt.

